Kämpfe bis zum Ende – und darüber hinaus? (Only German)

jumpornot
„Vergiss es, gib einfach auf“ – wer hat diesen oder einen ähnlichen Spruch nicht schon an den Kopf geworfen bekommen. Egal ob beim Sport, im Beruf, im Privatleben, wo auch immer. Es gibt immer Situationen, wo manch einer aufgeben will – wo andere aber erst richtig anfangen aufzudrehen und zu kämpfen. Ob das so gut ist, das lasse ich jetzt erst einmal offen, das muss und darf jeder für sich selbst beantworten.

Der Blog-Eintrag ist definitiv nicht dazu da, hier jemanden zu belehren, zu motivieren – es ist einfach nur eine Bestandaufnahme über mich selbst. Mein Denken, mein Fühlen..
Ich kann auch jetzt schon vornweg nehmen, dass ich jemand bin, der gut gerne einmal weiterkämpft, auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen – und schon ertrunken ist. Manchmal kann ich es wiederbeleben, manchmal bleibt es tot und hoffnungslos.

Besonders letzeres führt nicht gerade dazu, dass es meine Laune hebt sondern es zieht sie eher noch mehr runter. Aber nach jedem Scheitern einer solchen Art, schwöre ich mir noch mehr zu kämpfen, mich noch mehr reinzuhängen, noch mehr Herzblut in etwas zu investieren damit es dieses Mal eben klappt und nicht scheitert.

Klar, man verändert sich im Laufe der Jahre – aber was tief verankert ist, ändert sich nicht so leicht. Das habe ich auch hier in Hamburg wieder bemerkt, denn ich bin schon während meines Studiums für meinen Erfolg über Leichen gegangen und eben dies an die erste Stelle gestellt. Und genau dieses Denken ist in mir wieder aufgewacht seitdem ich hier bin. Stärker denn je zuvor. Ich habe einen Job, jetzt will ich durchstarten, auf Brechen und Biegen – die Motivation ist da, jetzt müssen nur Mittel und Wege gefunden werden, dass ich das alles durchziehen kann.

Auch wenn es immer wieder kleine Rückschläge gab und gibt, die mich in diesem Moment herunterziehen – sie machen mich stärker. Was mich nicht umbringt, macht mich stärker – und da ich hier sitze und dies schreibe, ist wohl Beweis genug dafür, dass ich lebe. Ich liebe Herausforderungen, ich kämpfe für Etwas wenn ich es wirklich will – und das hat schon immer viele Leute in meinem Umfeld irritiert und sie haben es als „übertrieben“ empfunden. Ich gehe aber meinen Weg, und entweder man ist dabei für mich oder gegen mich, eine Grauzone gibt es dort nicht mehr, wie ich immer mehr bemerkt habe.

Jemand der mir sagt, dass ich nicht kämpfen solle, mich nicht so reinhängen sollte weil es „aussichtslos“, „unnötig“ oder „eh zu nichts führen würde“, der gehört nicht in mein Leben. Mein berufliches Kämpfen und Streben nach Herausforderungen und mein Hass gegenüber Stagnation und dem Gefühl, sich nicht weiterentwickeln – das wird mir niemand ausreden können. Das bin ich, ich im Beruf.

Ich weiß, jetzt kommt die Frage „und wie sieht das in deinem Leben neben der Arbeit aus?“ – eine bittere Frage, denn dieses Leben sieht nur bedingt anders aus. Oder nein, ich muss mich korrigieren: mein Leben ist weitgehend die Arbeit. Und der Teil meines Lebens, der eben nicht die Arbeit ist – da bin ich auch ein Kämpfer, oder versuche es zumindest zu sein, auch wenn ich hier wesentlich öfter scheitere.

Bei meinem Job bin ich tough, hart im Nehmen – das ist das Gesicht, was ich habe wenn ich arbeite. Wie es dabei tief in mir aussieht, ist eine andere Geschichte. Und genau dieses sonst eher verborgene Gesicht trage ich in meiner Freizeit. Ja, auch da kämpfe ich für Vieles– doch bisher habe ich die meisten Kämpfe dort verloren oder einfach aufgegeben, was ich mir ungern eingestehe. Zwischenmenschliches ist mein Knackpunkt wie es scheint, ich kämpfe zwar bis zu einem gewissen Punkt, dann kommt die Unsicherheit und ich breche es ab und lasse es sein, verbaue mir damit alle Möglichkeiten – und das alles aus Angst, zu scheitern wenn ich weitermache. Und das obwohl ich in solchen Momenten einfach schon früher scheitere – aber ich sage mir dann immer: „Wenigstens bist du der Sache nicht hinterhergelaufen, es wäre eh Zeitverschwendung gewesen“. Lieber dem „Bus“ erst gar nicht nachlaufen, bevor man kurz vor dem Aufsprung dann auf die Nase fällt.

Sicherheitsmaßnahme. Oder: Eine schöne Taktik, sich etwas schönzureden, was an sich absolut nicht mein Ding ist. Sieht so mein ganz persönlicher Selbstschutz aus? Es kann gut sein. Vielleicht habe ich auch meinen Kampfgeist einfach schon für die Karriere aufgebraucht, sodass für so etwas Privates einfach nichts mehr davon übrig geblieben ist – vielleicht habe ich aber einfach früher aufgegeben alle Kraft in so etwas hineinzustecken, weil es immer gescheitert ist und deshalb steht jetzt die Karriere am ersten Platz.

Aber steht denn die Karriere an erster Stelle? Diese Frage stelle ich mir sehr oft – immer mehr beschleicht mich das ungute Gefühl, dass dies einfach ein weiterer Selbstschutzmechanismus ist, der davon abzulenken versucht, dass in meinem eigentlichen Leben so viele Wünsche unerfüllt bleiben (aus eigenem…Scheitern) – es ist einfach leicht, sich mit dem zu schmücken, was man hat. Auch wenn es wenig ist, etwas ist besser als gar nichts.

Schlussfolgerung am Ende dieses Beitrags? Ich bin mir nicht sicher. Ich bin ein Kämpfer, wenn ich etwas will, dann reiße ich mi dafür den Arsch auf. Wie das aussieht und wann ich aufgebe, das steht jedes Mal auf´s Neue in den Sternen. Manchmal kämpfe ich weiter, obwohl es hoffnungslos ist, weil ich genau das nicht einsehen will. Manchmal gebe ich auf, weil es mir hoffnungslos erscheint, obwohl noch so viel möglich wäre.
Aber eins ist klar: der Kontrast zwischen Arbeit und Privatleben ist riesig. Sollte ich das ändern?

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One Response to Kämpfe bis zum Ende – und darüber hinaus? (Only German)

  1. SilentSnow says:

    Hey,
    wenn ich Deine Zeilen so lese … Kann ich Dir vieles nachempfinden und verstehen. Und die Frage nach dem richtigen Weg für einen selbst beantwortet man leider – bewusst oder unbewusst – allzu häufig anhand der Fußspuren Anderer und deren Wege … Das zu erkennen, war einer meiner ersten Schritte hin zu meinem eigenen Glück …

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