Stress – wenn (mangelnde) Zeit krank macht

stress

Ich kenne es von mir selbst und auch von vielen Leuten um mich herum – „Man habe ich viel zu tun, wieso kann der Tag nicht mehr Stunden haben“, oder aber „das stresst mich wirklich“. Ja, so fängt es meist an, oder nein: wenn man dies sagt, dann ist man schon mitten drin.
Dies ist mal wieder ein Blog-Eintrag, der weder wissenschaftlich belegt werden muss oder kann, sondern meine eigenen Erfahrungen und Gedanken wiederspiegelt – unvollständig und subjektiv, von mir halt.

Aber – was ist Stress denn überhaupt?

Stress bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.
[Wikipedia.de]

Klingt nach Wikipedia, und ist es auch, das gebe ich zu. Aber das muss ja nicht immer schlimm sein, denn diese Definition bringt sehr gut auf den Punkt, dass Stress eine positive und eine negative Seite hat. Dass Stress auch eine positive Seite hat, wird heutzutage meist vergessen oder ignoriert, denn wenn Stress einen dazu befähigt, leistungsfähiger zu sein, dann wird es nicht als „Stress“ empfunden, so habe zumindest ich das Gefühl wenn ich mit Leuten zu tun habe und höre, dass sie viel zu tun haben aber dennoch nicht das Wort „Stress“ nutzen. Die Gründe für eben diesen Stress sind ganz unterschiedlicher Natur – es kann Zeitmangel sein (z.B. auf der Arbeit), zu hohe Erwartungen an einen selbst (von sich selbst oder jemand anderem), Geldprobleme, Lärm, und und und – die Liste ist lang, und ich denke jeder hat seine eigenen Erfahrungen damit gemacht.

Also: positiver Stress bringt einen dazu, über einen hinauszuwachsen, Leistungen zu bringen die sonst vielleicht so in dieser Art und Weise nicht einmal möglich gewesen wären. Und hin und wieder Stress zu haben, ist auch grundsätzlich nichts kritisches oder negatives, jedoch dreht sich dieser eben positive Stress, bzw. die positiven Auswirkungen von Stress, schnell ins Negative. Und dann leidet man darunter, und zwar nicht nur psychisch, sondern dann auch körperlich.

Es gibt viele Symptome, die eben aufzeigen, wenn dieser „negative Stress“ einen beeinflusst – es kann ganz harmlos beginnen, man schläft schlecht, daraufhin ist man unkonzentriert, man bekommt die Arbeit nicht getan, fühlt sich noch mehr gestresst, setzt sich noch mehr unter Druck, schläft noch schlechter oder gar nicht mehr – und schon ist man mitten drin in diesem Teufelskreis. Wenn man einmal im Stress-Teufelskreis drinnen ist, ist es unheimlich schwer da wieder herauszukommen, zumindest ist dies für mich der Fall. Man hört schon raus, dass die Psyche da so einiges mitspielt, und der ein oder andere von euch kennt es sicherlich auch, dass Psyche und Gesundheit Hand in Hand gehen – zuerst kommen körperliche Anzeichen, zittern, Schwindel, Appetitverlust/Steigerung, Kopfschmerzen, Verspannungen – und dann die Keule vom Körper. Immer öfter wird man krank, Erkältungen, grippale Infekte, dauerhaft verschnupft oder sich schwach fühlend. Die Bandbreite an möglichen leichten Erkrankungen ist groß, und auch kann Stress ganz sicherlich den Ausbruch von anderen schwereren Krankheiten triggern (wenn man diese schon in sich trägt).

Und dann kommt der Punkt, wenn man nicht mehr kann, oder auch nicht mehr will – wenn Panik aufkommt, wenn man an gewisse Dinge denkt, wenn der Schlafmangel es unmöglich macht zu funktionieren, wenn man einfach nicht aufstehen und so weitermachen kann, wie man es gerne machen würde. Und dann haben wir das Phänomen was in dieser Gesellschaft immer häufiger wird: Stressbedingt ist man außer Gefecht gesetzt, im schlimmsten Falle ist man im Burnout gelandet. Im besten Falle reichen nur ein paar Wochen Auszeit und ein bisschen Unterstützung um auf die Beine zu kommen.

Diese Entwicklung finde ich persönlich erschreckend, weil eben immer mehr Leute dem Burnout zum Opfer fallen und sich dann wieder zurück ins Leben kämpfen müssen, anstatt es vorher zu schaffen die Reißleine zu ziehen – aus Angst, den Job zu verlieren? Will man sich selbst nicht zugestehen, dass man eine Auszeit braucht? Ist es immer noch so verwerflich sich Hilfe zu holen wenn man das Gefühl hat, nicht mehr alleine weiterzukommen?
Klar, wenn man sagt „ich hole mir Hilfe“ wird man oft immer noch angeschaut, als wäre man ein Mensch voller Schwäche und würde sein Leben nicht alleine auf die Reihe bekommen – man übersieht gekonnt, wie viel Stärke es braucht um sich selbst einzugestehen, dass man eben Hilfe braucht.

Last but not least: Probleme sind Rudeltiere, sie kommen nie allein, sondern immer gleich zu vielen auf einmal…

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