Ein nicht-Gamer in einer Spielefirma

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Ich kenne viele Leute, die total vernarrt in Spiele sind – egal ob PC, Playstation, Xbox, Wii – was auch immer. Ein Leben ohne Spiele können sich diese Personen gar nicht vorstellen – ja, ich zocke auch gelegentlich ein paar Online-Spiele (in meinen Pausen), oder mal einen Ego-Shooter. Aber ich bin weit davon entfernt, mich wirklich für Spiele zu interessieren, kenne weder die neuesten Trends, noch besitze ich (neben meinem Laptop) irgendwelche Konsolen oder Spiele die der letzte Schrei sind.

Jetzt denkt ihr euch sicherlich „Warte mal, das macht doch grade keinen Sinn – du arbeitest doch für eine Firma, die Browser-Spiele macht“. Ja, das ist auch korrekt. Die Firma, bei der ich arbeite, entwickelt eben solche Spiele, und die meisten meiner Kollegen passen auch in das Schema derer, die ich oben schon kurz beschrieben habe: Spiele-Nerds, Spiele-Fanatiker und und und. Da fließt viel Herzblut, weil man ja in der Branche arbeitet für die man brennt.

Und bei mir?
Alles simpel, und bei weitem bin ich nicht so unenthusiastisch wie man jetzt denken mag wenn ich schon über dieses Thema blogge– ich habe nur eine andere Sichtweise und ein anderes Interesse an Spielen, ich bin von ihnen nicht von der Spieler-Seite her fasziniert und an ihnen interessiert, sondern eher von den „Behind the Scenes“-Blickpunkten.
Ich spiele sie zwar auch hin und wieder und tue dies natürlich auch im Rahmen meines Jobs, was ich aber viel spannender finde ist der Entwicklungsprozess eines Spieles, all die Abläufe, auch technische Sachen.

Ich finde es spannend, all die Schritte von der Idee bis zum Update zu sehen, was wie gemacht wird, in welcher Reihenfolge und all diese Details, über die sich der normale Spieler nicht wirklich Gedanken macht – wieso sollte er denn auch. Ich finde es faszinierend, wie viel Arbeit in jeder Grafik im Spiel steckt, wie viel hier und da geändert werden kann, zusammengefasst, vereinfacht werden kann im Code, wie viel Arbeit es ist ein Feature als Ganzes zu planen…

Das liegt vielleicht daran, dass ich jemand bin, der gerne sieht wie Dinge geplant werden, was wohl wieder um an meinem Studium liegen mag – ich weiß es nicht. Aber zu sehen, wie sich Dinge entwickeln, das ist wie bei einer Schwangerschaft einer Freundin – man schaut quasi zu und sieht wie es wächst, sich verändert und all dies. Nicht immer ist man wirklich involviert, wenn man es aber ist, dann ist es umso besser, würde ich glatt behaupten. Mitten drin statt nur dabei, auch wenn ich sagen muss: „nur dabei“ ist ein bisschen untertrieben, denn hier kann man auch durchaus behaupten, dass es toll sein kann „nur“ die Beobachter-Position einnehmen zu können.

Wenn man nicht so ein großer Spiel-Fan ist, kann es aber zu Beginn auch eine Herausforderung sein, die Probleme, Sorgen und Reaktionen der Spieler zu verstehen wenn es um Features (neue Teile des Spiels) geht – damit hatte ich zu kämpfen, als ich bei der Firma anfing zu arbeiten. Man muss sich da reinfühlen, denn jeder kennt es, wenn man ein Produkt nutzt und gewisse Erwartungen da sind, Ideen und Kritik da ist und all sowas – am Ende ist es das gleiche wie mit jedem Produkt. Nur fühlt es sich schon irgendwie anders an, das tut es auch noch nach all der Zeit in der ich hier arbeite (was auch noch nicht so lange ist).

Schlussfolgerung? Ein Job in der Spielebranche hat was, auch wenn man nicht zum klassischen Typ der Spiele Fans gilt – es gibt halt immer verschiedene Facetten, die einen interessieren können!

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