City Slide – Sonne, Rutschen und Krankenhaus (GER only, ENG in a different post)

Es kommt immer anders als geplant, und manchmal umso härter und mit voller Wucht. Und das wortwörtlich. Ich sitze gerade zuhause und ruhe mich aus…wieso, das wisst ihr bald wenn ihr das hier lest.

SAMSTAG

Samstag Mittag habe ich mich dann auf zum Energieberg im Süden Hamburgs gemacht, da gab es das City Slide Event (**HIER** für Infos zum Event), und ich hatte ein Ticket für Teilnahme und Rutschreife. Klang super, das Wetter war super – okay, ein bisschen zu heiß und zu sonnig, aber mit Sonnencreme und Cappy geht auch das. Und das sage ich, obwohl ich kein Sommermensch bin.

Ich also zum Energieberg, eine Stunde Fahrtzeit, und auf dem Weg dorthin habe ich zwei nette Mädels getroffen, mit denen ich mich dann zusammenschloss. Anschluss zu finden ist nie ein Problem, daher mache ich gerne mal etwas alleine – denn alleine bleibe ich meistens nicht. Bändchen und Reifen abgeholt, dann umgezogen und ein Plätzchen nicht in der prallen Sonne gesucht, gefunden und dann die Zeit abgesessen, die Sachen zur Garderobe gebracht und sich dann den Berg hochgekämpft – das waren verdammt viele Stufen und bei der Hitze einfach Hölle pur.

Dann ging´s los, anstehen auf dem Weg zur „Rutsche“ – lange anstehen, was im Laufe des Tages normal werden sollte, weil die Wasserpumpe so einige Male ausgefallen war. Nach dem ersten Rutschen dachte ich mir schon „oha, das ist gefährlich“ – ich hatte ein Mädchen, das versuchte aufzustehen und von der Bahn zu gehen komplett niedergemäht. Was hätte ich machen sollen, bremsen nicht möglich. Das Wasser im Auffangbecken hat meine Augen total gereizt, und an der Pumpe unten bin ich mit dem Fuß hängen geblieben und habe mich zweimal auf den Arsch gesetzt.

Aber ich dachte mir so „Übung macht den Meister“, also nochmal gerutscht, mit weniger Probleme, außer mit schmerzenden Augen zu einem Ausmaß, dass ich mir sie bei den Sanitätern ausspülen lassen musste. Danach konnte ich endlich wieder etwas sehen. Ich habe mich zusammen mit dem Mädels in einen der wenigen schattigen Plätzchen gesetzt aber dann auch bald gesagt, dass ich nochmal rutschen will – man muss die Zeit, für die man gezahlt hat, ja gut nutzen.

Und ja, dafür habe ich gezahlt.Ich habe Anlauf genommen, hatte das Gefühl auf etwas zu treten und bin dann ausgerutscht, nach Hinten gefallen und auf Kopf und Nacken gestürzt. Ungebremst aufgeschlagen. Dann lag ich da. Der erste Reflex war, dass ich aufstehen wollte. Dann merkte ich, wie schwach meine Beine waren, dass sich mein Körper seltsam einfühlt. Ich blieb liegen, Augen zu, mehrfach durchatmen. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Es hat eine Weile gedauert, bis die Sanitäter endlich bei mir waren. Dann wurde ich von einer Trage auf die Andere und dann in den Krankenwagen.

Die unebene Schotterpiste runter den Berg, ich sag nur: scheiße war das schmerzhaft, ich dachte ich schreie und heulen gleichzeitig. Panik bekam ich dann, als ich bemerke: meine Schuhe, etc standen noch oben am Berg und mein Rucksack war an der Garderobe. Und ich hatte niemanden der mir die Sachen bringen konnte. Die Fahrt zum Krankenhaus mit Blaulicht war…spannend. Und schmerzhaft. Man wie der gefahren ist, manchmal dachte ich dass ich ihn umbringen könnte, würde ich nicht so verschnallt und festgezurrt und mit Nacken/Hals-Krause (Stiffneck) immobilisiert worden wäre.

Und lag ich da in der Notaufnahme; lange 7 Stunden begannen, die mich an meine physischen aber auch psychischen Grenzen gebracht haben.

Physische Grenzen weil jede Bewegung Schmerzen gebracht hat, den Nacken konnte ich dank Stiffneck nicht bewegen, und das Liegen auf der Kante des Stiffnecks hat zusätzliche Schmerzen gebracht, mein Rücken als Ganzes tat weh und meine Hüfte auch, die Finger und Füße wirkten schwach und alles…

Psychische Grenzen, weil ich da alleine lag. Alle um mich herum hatten Partner, Freunde oder irgendjemanden um sie herum, ich lag da still und alleine, konnte nicht einmal jemandem Bescheid sagen, da ich meine Sachen ja nicht hatte. Kein Handy, keine Ausweise, keine Kleidung außer meinen Badesachen. Die Warterei auf die Untersuchungen, die Angst vor Ergebnissen…

CT und Röntgen, und danach kam die erste vorläufige Diagnose: nichts gebrochen, aber eventuell Bandscheibenvorfall im Nackenbereich. Ich musste schlucken. Da lag ich, alleine. Und so viele Gedanken sind durch meinen Kopf gegangen, all das was ich nicht mehr machen könnte und was auf mich zukommen würde.

Die Kleidung vom Krankenhaus hat mich auch nicht aufgebaut, die Aussage ich dürfe nicht aufstehen hat noch mehr Panik ausgelöst. Ja, ich musste von einer Pflegerin getröstet werden, ich lag da heulend. Nach Mitternacht wurde ich dann auf ein anderes Bett umgelagert und auf meine Station gebracht, die Neuro-Chirurgische Station. Maximal zwei Leute auf einem Zimmer, und ich hatte das Glück ein noch leeres Zimmer zu bekommen. Mein Pfleger für dieses Abend war ein so toller Kerl, ich konnte das erste Mal kurz lachen.

Und ich war erleichtert: ich darf aufstehen, wenn ich vorsichtig bin. Glücklich war ich aber nicht, nachdem ich Schmerzmittel bekommen hatte habe ich mich in den Schlaf geweint. Geschlafen habe ich trotzdem nicht wirklich, der Zugang an meinem linken Arm hat mich wahnsinnig gemacht und einfach gestört.

SONNTAG

Morgens um 5 Uhr dann, als ich meine neuen Medikamente bekam, hat der Pfleger mir dann den Zugang entfernt. Und dann habe ich noch etwas gedöst bis zum Frühstück und auch nach dem Frühstück. Ich war erschöpft und verzweifelt.

Endlich konnte ich dann meinen Vater anrufen und meine Mutter hat dann auf der Station zurückgerufen – die haben da Terz gemacht, dass sie so anruft, und auch der Fakt dass ich kein Handy und nix habe, hat sie nicht interessiert. Auch hat sie nicht interessiert, dass ich Hilfe brauchte.

In der Notaufnahme wurde Kontakt zur Polizei aufgenommen, dass ich eventuell meine Sachen bekommen könnte, aber es war zu spät an diesem Tag. Aber denkt ihr, dass einer der Pfleger an diesem Morgen meinem Wunsch nachgegangen sind und mir die Telefonnummer der Polizeistation und ein Telefon gegeben hätten? Nein. Mein Wunsch wurde ignoriert. Immer und immer wieder. Am Ende saß dann meine Mutter in Köln mit zwei Telefonen da und hat alles geregelt, sodass ich wenige Stunden später dann zwei Polizisten in meinem Zimmer stehen hatte – mit meinem Rucksack. Hausschlüssel. Portemonnaie. Handy. Endlich.

Dann dauerte es auch nicht mehr allzu lange bis ich nicht mehr alleine war, und glaubt mir, endlich wieder Kontakt zur Außenwelt zu haben war wundervoll, und Besuch zu haben umso schöner. Ich wurde langsam ruhiger, die Schmerzmittel wirkten einigermaßen und ich war froh jemanden zu sehen. Auch wurden mir einige Dinge mitgebracht, denn ich hatte ja wirklich gar nichts. Der Tag verging recht rasch, dann gab es Abendessen und ich war wieder alleine. Aber wesentlich ruhiger, auch wenn die Angst, dass es ein Bandscheibenvorfall sein könnte, immer präsent war. Jede Sekunde. Jeder Moment. Gehörschutz rein, Vorhang zu, und dann schlafen – 12 Stunden am Stück.

MONTAG

Ich hatte wieder Besuch, und noch mehr notwendige Sachen bekommen – auch FlipFlops, sodass ich ENDLICH auch mal raus konnte. Und das Wetter war so angenehm, dass es Spaß gemacht hat draußen zu sitzen und einfach abzuschalten.

Auch hatte ich schon vormittags eine Zimmernachbarin bekommen – eine ältere Dame, aber recht cool drauf. Konnte ich durchaus mit leben.

Nachmittags wurde dann das MRT gemacht um zu schauen, ob es wirklich ein Bandscheibenvorfall ist oder nicht. Ich wurde viel zu früh zum MRT gebracht, die Warterei dort alleine während mein Besuch oben saß und wartete, das war echt lästig. Die Röhre des Krankenhauses ist wesentlich enger als die normalen – ich hatte meine Hände auf dem Bauch, und meine Ellbogen haben beinahe die Röhre von innen berührt; habe ich die Augen geöffnet, dann hatte ich vielleicht noch 10cm bis zur Röhren-Decke. Ich habe sonst kein Problem mit MRTs, aber dieses Mal wurde die Panik von Minute zu Minute schlimmer.Ich war so erleichtert als ich da dann endlich wieder raus war.

Abends gab´s dann die Thrombose Spritze, was eine Freude. Danach hatte ich keinen Hunger mehr auf mein Abendessen, ich und Spritzen geht halt gar nicht. Meine Laune war gesunken, aber egal…Besuch weg, Haare waschen und ein bisschen Schönheitspflege, jetzt wo ich auch alles endlich hatte. Ich fühlte mich wieder wie ein Mensch.

DIENSTAG

Die Nacht war die Hölle gewesen – meine Zimmernachbarin hat lange TV geschaut was kein Problem wäre, wenn sie nicht eingeschlafen wäre und geschnarcht hätte. Und dann bekam sie eine Infusion die um 2 Uhr durch war, Pfleger im Zimmer, ich hellwach. Schrecklich.

Ich war total müde nach der Nacht und einfach schlecht gelaunt. Die Zeit bis zur Visite vom Arzt zog sich hin, und ich wollte nur noch raus. Jede Minute machte mich genervter, aber dann umso glücklicher, als mir gesagt wurde dass ich gehen kann weil es KEIN Bandscheibenvorfall gewesen sei. Diese Freude war unbeschreiblich.

Dann bekam ich noch Besuch um die Wartezeit auf die Arztpapiere herumzubekommen – ich war froh rauszukommen, und die Zeit zog sich wieder so sehr. Nervenkrieg, aber als es dann endlich soweit war hab ich meine Sachen genommen und nix wie raus. Zuhause angekommen war es einfach nur schön. Es ist halt Zuhause, egal wie nervig die Schmerzen sind und noch eine Zeit bleiben werden.

CITY SLIDE – FAZIT

+ Coole Idee
– kein Schatten
– niemand hat die Bändchen überprüft
– Die Mindestgröße für Kinder wurde nicht eingehalten
– Die Pumpe war immer wieder kaputt/verstopft
– Das Wasser im Auffangbecken war widerlich und sicherlich vollends verkeimt
– Die Rutsche war uneben, der Boden war nicht ganz eben
– Der Anfangsbereich der Rutsche war zu flach, danach zu steil
– Die Rutschenden wurden nach zu kurzer Zeit hintereinender auf die Rutsche gelassen
– Es kam keinen richtigen Rettungsweg, der nicht durch die Reihe der Anstehenden geht
– Fluchtwege waren nicht ausgeschildert, soweit ich mich erinnere

=> Ich frage mich also wirklich, wie das Ordnungsamt diese Veranstaltung absegnen konnte.

KRANKENHAUS – FAZIT

+ Das Essen war okay für Krankenverhältnisse
+ Die Zweier-Zimmer + Radio und TV für jede Person einzeln
+ Bad war auch durchaus okay, passt
+ Die Küchenhelferinnen, die sich um das Essen gekümmert haben und dass man das Essen vorbestellen konnte
+ Der Chef-Arzt – nicht nur ein toller Nachname (Wunderlich) sondern ein wirklich netter Typ
– Behandlung in der Notaufnahme war schrecklich
– 2 der Ärzte
– Die meisten der Pfleger/innen
– Fenster konnte man nur kippen und daher war es extremst stickig im Zimmer

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