1. FC Köln vs Roter Stern Belgrad (28.09.2017)


Mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, und all die Jahre immer lauthals mitgesungen “Eines Tages, eines Tages, eines Tages wird´s geschehn…” – wir sind jetzt zwar nicht nach Mailand, aber geil ist es trotzdem. Und mein Traum erfüllte sich trotzdem.

Nachdem ich in London nicht dabei sein konnte auf Grund meines Jobs, war ich umso glücklicher, dass ich jetzt dabei sein konnte. Das erste Heimspiel, international. Seit so vielen Jahren. Irgendwie konnte ich das Ganze gar nicht richtig begreifen, als ich nach Köln gefahren bin und den Tag über im Kölner Büro meiner Firma gearbeitet habe. Und mich dann auf den Weg zum Stadion gemacht habe. Ich stand in der Bahn, und irgendwie…dämmerte es mir da langsam. 1. FC Köln. Es war ein Donnerstag. Es konnte kein Liga-Spiel sein. Es war der Europa Pokal. Es war…international! Das, was ich immer besungen hatte.

Der Tag war da. Und ich war dabei. Vor Ort, nicht vor dem Fernseher. Nein, im Stadion.

Ein Platz auf Ost, schön nah an Süd, und super Blick auf das Spielfeld. Aber zuerst – Tasche abgeben, dann anstehen – nur um dann zu einem anderen Eingang geschickt zu werden, wo es dann wundervoll flott ging.

1:10 Std bis zum Anpfiff. Und ich saß da, schaute mich um. Und langsam wurde es, von Minute zu Minute, realer. Ich war wirklich da. Es war kein Traum, es war Realität. Spieler wärmen sich auf, die Hymne – meine Stimme war danach schon ziemlich im Eimer. Erkältung und lauthals mit Inbrunst singen – tödliche Kombination, aber, scheiß egal! Schade, dass es keine richtigen Choreos mehr gibt – aber die Pyro und alles war schon geil. Ich war schon immer ein Fan davon, und fand dieses “oh mein Gott ihr bringt damit eure Mitfans in Gefahr” schon immer relativ lächerlich, aber na ja. Regeln sind Regeln – aber: scheiß drauf!

Und dann…das Spiel. Die erste Halbzeit war so ziemlich zum Vergessen – wenn mi jemand erzählt, dass sei Sicherheitsfußball oder so ein Scheiß – sorry, aber Angstfußball oder aber “ich bekomme den Hintern einfach nicht hoch und laufe nur hinterher, weil ich keine Ideen habe”-Fußball war das wohl eher. Und das hat mich echt aufgeregt – was

haben sie zu verlieren? Nichts, gar nichts. Und klar, dass dann der Gegner aufspielt und mit einem spielt, das 0:1 war noch verdammt glücklich, so wie Belgrad gespielt hat. Das hätte ganz anders aussehen können.

Die zweite Hälfte – Moment, bin ich beim richtigen Spiel? Schaue ich auf das richtige Team? Wie ausgewechselt, schnell, fordernd, und endlich ging mal was – und das auf´s gegnerische Tor und nicht nur auf das Eigene. Aber mit nicht sonderlich viel Glück, Latte, Pfosten…ich hätte gerne meinen Herzfrequenzmesser angehabt, um mal zu sehen, wie sehr mich das mitgenommen hat. Es war zum Haare raufen, der Ball wollte einfach nicht ins Tor, und sie Belgrader hatten viel Spaß am Boden. Meine Gedanken dazu erspare ich euch, sonst müsste ich das ganze eh zensieren. Aber ich glaub ich hab noch nie so viel “mimimimi” und “oh ich hab einen Wadenkrampf ich sterbe” bei meinem Fußballspiel gesehen wie dieses Mal. Es war schon echt lächerlich.

Am Ende blieb es 0:1 und irgendwie…das war schon unbefriedigend. Nicht, weil wir verloren haben, sondern weil es in meinen Augen durchaus hätte ein Unentschieden sein sollen, wenn alles vergleicht. Aber so war es nicht, und irgendwie…ja doch, ich war genervt, und der Gedanke daran, dass ich Anreise, Abreise und alles ja geldtechnisch auch noch hatte, war nicht gerade aufheiternd.

Aber…ich hab ja noch ein Spiel, das Heimspiel gegen Borisov Bate…vielleicht sehe ich da ja einen Sieg…international…mit dem FC…

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